Wie real war das Szenario?
Das Szenario orientierte sich an realen Vorfällen, etwa dem Fall der HMS Diamond im Roten Meer 2024, als das Schiff Angriffen von Houthi‑Kräften mit Drohnen und Raketen ausgesetzt war. Simuliert wurden Schwärme von Überwasser‑ und Luftdrohnen, die mit mehr als 321,9 km/h flogen, sowie simulierte Marschflugkörper‑ und ballistische Raketenbedrohungen. Ergänzt wurden diese Gefahren durch interne Zwischenfälle wie Brände, um die Schadensbekämpfungsfähigkeiten der Besatzung zu testen.
Zur Abwehr setzte die HMS Duncan eine Reihe von Waffen‑ und Verteidigungssystemen ein:
- Martlet‑Luft‑Luft‑Raketen
- schwere Maschinengewehre
- das Phalanx automatisierte Nahbereichsverteidigungssystem (CIWS)
- eine 30‑mm‑Mittelkaliberkanone
- ein 114‑mm‑Seegeschütz
Zusätzlich wurden virtuelle Abschüsse des Sea Viper Luftverteidigungssystems durchgeführt, um die gestaffelte Verteidigungsstrategie zu prüfen.
Unbemannte Systeme: wer mitmischte
Unbemannte Systeme spielten eine große Rolle. Eingesetzt wurden etwa Hammerhead unbemannte Überwasserfahrzeuge mit bis zu 80,5 km/h sowie Banshee Whirlwind Luftdrohnen des Auftragnehmers QinetiQ. Die Kombination aus Live‑ und synthetischen Bedrohungen machte die Übung besonders realistisch.
Wichtige Partner bei der Durchführung waren Inzpire und die Fleet Operational Standards and Training teams der Royal Navy. Commander Dan Lee, Kommandant der HMS Duncan, beschrieb die Übung als „unschätzbare Gelegenheit“, die Leistungsfähigkeit von Schiff und Besatzung zu testen.
Wie die Crew unter Druck arbeitete
Das Verhalten der Besatzung war bemerkenswert. Commander Dan Lee lobte die Mannschaft: „Die Schiffsbesatzung stellte sich jeder Herausforderung, lieferte erfolgreiche gestaffelte Verteidigungsengagements und bewältigte gleichzeitig realistische Schadensbekämpfungsszenarien.“ Besonders hervorgehoben wurde die Bedienung des 114‑mm‑Seegeschützes, für das Petty Officer James Ings verantwortlich war.
Bei der 30‑mm‑Kanone traten technische Probleme auf, konnten aber als normale Ingenieursaufgabe behandelt und behoben werden, was die Zuverlässigkeit der Ausrüstung weiter erhöhte.
Was die Partner beitrugen und was das Szenario zeigte
Will Blamey, Chief Executive of UK Defence bei QinetiQ, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor. Die Möglichkeit, dynamische und realistische Szenarien bereitzustellen, bereitete die Streitkräfte gezielt auf künftige Herausforderungen vor. Die Übung half, aktuelle Bedrohungen zu simulieren und die Einheiten schnell einsatzbereit zu machen.
Insgesamt hat die HMS Duncan nicht nur ihre Systeme und Technologien, sondern vor allem ihre Besatzung auf die Probe gestellt. Die Rückmeldungen der Beteiligten zeigen, dass das Schiff bereit ist, nationale Interessen zu verteidigen und möglichen Gefahren effektiv zu begegnen.