In diesen Häusern, die früher vom Kinderlachen und Alltagslärm lebten, hat sich die Szenerie stark verändert. Die Kaffeemaschine, die früher fünfmal am Vormittag lief, steht jetzt still auf der Arbeitsplatte. Saubere Fußmatten und vorbereitete Gästezimmer erzählen von gelebter Geselligkeit, die es so nicht mehr gibt. Babyboomer, die einst enge soziale Netzwerke hatten, erleben heute oft Isolation. Vororte, die früher Schauplatz von Nachbarschafts-Barbecues und handgeschriebenen Weihnachtskarten waren, wirken jetzt verwaist.
Wie die sozialen Netzwerke der Babyboomer bröckeln
Die Babyboomer, lange Zeit gut darin, Freundschaften über Jahre hinweg zu pflegen, sehen nun, wie ihre sozialen Netze langsam auseinanderfallen. Für viele ergibt sich diese Einsamkeit nicht aus Versagen, sondern gerade aus dem Leben, das sie früher aufgebaut haben. Während bei Generation Z oft digitale Sorgen laut werden, bleiben die stillen Rückzugsräume der Babyboomer häufig unbeachtet.
Für diejenigen, die diese Geschichte erzählen und selbst zur Babyboomer-Generation gehören, haben Traditionen wie das “Sonntagsessen” einen fast heiligen Status behalten. Der Tisch mit unterschiedlich zusammengesetzten Tellern, die Bänke aus der Garage — all das leuchtet als Erinnerung, während der Alltag oft kalt und leer wirkt. „Erinnerungen sind kalte Gesellschaft“, heißt es, weil sie zwar präsent sind, aber keine echte Wärme geben.
Technik: Fluch oder Segen für Nähe?
Viele Babyboomer haben sich mit Facebook, FaceTime und Zoom angefreundet, doch digitale Verbindungen sind oft nur ein schwacher Ersatz für physische Nähe. Kleine Alltagsmomente — der erste Schultag, ein loser Zahn — verlieren an Gewicht, wenn sie nur durch eine virtuelle Linse erlebt werden. Die Abwägung zwischen zwei Stunden Autofahrt und zehn Minuten FaceTime (also dem einfachen, schnellen Kontakt) lässt echte Begegnungen schnell an Wert verlieren.
Generationen unter sich: Verantwortung und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit
Kinder von Babyboomern wie Sarah (38) in Chicago, Michael (36), der kürzlich eine Beförderung erhalten hat, und Emma (33), die ihren Eltern lustige Memes schickt, können das Bedürfnis ihrer Eltern manchmal schwer einordnen. Trotzdem ist es wichtig zu sehen, dass das Verlangen nach Verbindung zutiefst menschlich ist und keine Schwäche bedeutet.
Jetzt stehen Babyboomer vor der Aufgabe, ihre sozialen Umfelder aktiv neu zu gestalten — sei es durch den Beitritt zu Clubs, das Ansprechen von Nachbarn oder eigenständige Reisen zu den Kindern. „Vor 65 oder 70 neu Verbindungen aufzubauen, ist kein Eingeständnis des Scheiterns, es ist die Wahl des Lebens.“ Das ist ein Aufruf an beide Generationen: Brücken bauen, bevor die Distanz zu groß wird.
Einsamkeit verkleinert den Raum der Erinnerungen und macht klar, dass Verbindungen nicht als selbstverständlich gelten dürfen. Die Häuser der Babyboomer müssen nicht leer bleiben. Sie können wieder Orte für Gemeinschaft und erfüllte Begegnungen werden — wenn wir bereit sind, den ersten Schritt zu machen.