Die Studie und wie sie durchgeführt wurde
Leiterin der Untersuchung war die Ökonomin und Verbraucherpsychologin Simone Pettigrew vom The George Institute for Global Health in Australien. Ziel war herauszufinden, welche Kombinationen von Informationen besonders gut dabei helfen, weniger zu trinken. Dafür wurden fast 8.000 Personen in die Studie aufgenommen, ausgewählt so, dass sie die demografische Zusammensetzung der australischen Trinkbevölkerung widerspiegeln.
Die Teilnehmenden wurden in Gruppen aufgeteilt, um verschiedene Werbeanzeigen und Botschaften zu testen. Es gab drei Umfragewellen im Abstand von jeweils drei Wochen, um messbare Veränderungen im Konsum zu erfassen. Bemerkenswert ist auch, dass eine Kontrollgruppe eingebunden war, um die Wirksamkeit der getesteten Interventionen besser einschätzen zu können.
Was am besten geholfen hat
Einer der wichtigsten Befunde: Eine bestimmte Kombination wirkte besonders stark — TV-Werbung, die den Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebs betont, kombiniert mit der praktischen Aufforderung, jedes einzelne Getränk zu zählen. Diese Mischung führte über die sechs Wochen zu einer signifikanten Verbrauchsreduktion. Andere Maßnahmen, etwa die Aufforderung, sich eine feste Anzahl an Drinks vorzunehmen und diese einzuhalten, zeigten zwar auch Effekte, waren aber weniger wirkungsvoll.
Simone Pettigrew bringt es auf den Punkt: „Den Menschen zu sagen, dass Alkohol Krebs verursacht, ist nur ein Teil der Lösung – wir müssen ihnen auch Wege geben, Maßnahmen zu ergreifen, um ihr Risiko zu verringern.“ Das macht klar, dass reines Wissen oft nicht ausreicht, um Verhalten zu ändern — praktische Hilfen sind nötig.
Warum das für Gesellschaft und Gesundheit wichtig ist
Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) trägt übermäßiger Alkoholkonsum zu bis zu 7 Prozent der vorzeitigen Todesfälle weltweit bei. Neben den bereits genannten Risiken sind auch Verdauungsprobleme und vorzeitiger Tod bedeutende Folgen. Ob sich die Ergebnisse aus Australien genauso auf andere Länder übertragen lassen, ist allerdings offen — Verhaltensänderungen hängen stark von individuellen Entscheidungen ab, wie Pettigrew ebenfalls betont.
Hürden und mögliche politische Maßnahmen
Trotz neuer Erkenntnisse bleibt die Frage, wie man wirksame Kampagnen mit begrenzten Mitteln umsetzt. Als politische Alternativen werden diskutiert, Alkohol weniger leicht verfügbar oder teurer zu machen. Simone Pettigrew unterstreicht, dass Informationen über die Gesundheitsrisiken von Alkohol breiter verfügbar sein sollten.
Die Ergebnisse ermutigen dazu, Informationskampagnen zu entwickeln, die nicht nur informieren, sondern auch zu konkreten Handlungen anregen. Das könnte helfen, die Schäden durch übermäßigen Alkoholkonsum in der Gesellschaft zu verringern. Die Debatte um die besten Wege zur Reduzierung des Alkoholkonsums ist noch nicht abgeschlossen, aber die vorliegende Studie liefert wertvolle Ansatzpunkte für die Zukunft.