Warum weniger Menschen in die USA reisen
Die wiederholten verbalen Angriffe von Donald Trump, zusammen mit der Einführung hoher Zölle, haben das Reisevolumen zwischen Kanada und den USA stark reduziert. Marie-Eve Vallières, Sprecherin von Air Transat, sagt, dass die Entscheidung Teil einer strategischen Neuausrichtung des Unternehmens ist, um sich auf Märkte zu konzentrieren, in denen die Airline besser aufgestellt ist.
Air Transat gibt an, dass der Anteil der verfügbaren Sitzplatzkapazität für die USA im Sommer nur bei 1 % liegt. Deshalb richtet das Unternehmen seine Ressourcen auf profitablere Ziele wie Punta Cana und Cancun, wo es eine stärkere Position sieht.
Wie der Rückzug aus den USA abläuft
Air Transat hat konkrete Daten für die letzten Flüge zu und von Florida genannt. Der letzte Flug von Montréal (YUL) nach Orlando (MSO) ist für den 4. Mai vorgesehen, die Strecke Québec City (YQB) nach Fort Lauderdale (FLL) wird am 30. Mai eingestellt. Der letzte Flug von Montréal nach Fort Lauderdale soll am 13. Juni stattfinden. Diese Maßnahmen sollen bis spätestens Juni 2026 abgeschlossen sein.
Der schrittweise Rückzug ist eine Reaktion auf den schwächelnden Markt und Teil der strategischen Umverteilung von Ressourcen. Unklar ist noch, ob saisonale Verbindungen von Montréal und Toronto zum Luis Muñoz Marín International Airport (SJU) in Puerto Rico im Dezember wieder aufgenommen werden.
Was das für andere Airlines und den Straßenverkehr bedeutet
Auch andere kanadische Fluggesellschaften wie Air Canada, WestJet und Flair Airlines haben ihre Verbindungen zu kleineren US-Flughäfen deutlich reduziert. Diese Anpassungen spiegeln die gesunkene Nachfrage wider und zeigen, dass die höheren US-Zölle und die politischen Spannungen die Marktdynamik verändert haben.
Davon betroffen ist nicht nur der Luftverkehr: Die Zahl der Pkw-Fahrten von Kanadiern über die Grenze liegt seit Monaten um mehr als 20 % niedriger als zuvor.
Die neue Strategie von Air Transat
Mit Sitz in Montréal konzentriert sich Air Transat jetzt verstärkt auf Strecken zu Resort-Städten wie Cancun und Punta Cana, die Hauptpfeiler ihres Geschäfts. In den letzten 12 Monaten hat das Unternehmen zudem sein Langstreckenangebot erweitert, unter anderem mit neuen Routen nach Senegal, Albanien und Island. Diese Verlagerung soll Ressourcen in profitablere Märkte lenken.
Marie-Eve Vallières betont: “Florida stellt einen Markt dar, in dem unsere Exposition sehr begrenzt und im aktuellen Kontext fragil ist.” Diese Aussage macht die Motivation hinter der strategischen Entscheidung deutlich.
Diese Umorientierung zeigt, wie politische Entscheidungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen die Luftfahrtbranche beeinflussen können. Anleger und Reisende sollten diese Entwicklungen beobachten, da sie tiefgreifende Auswirkungen auf den internationalen Reiseverkehr und die zugrunde liegenden Wirtschaftsbeziehungen haben.