Was du zuerst riechst
Wenn du die Bettdecke zurückschlägst, ist der Geruch oft das Erste, was auffällt. Er ist selten unangenehm, eher „benutzt“ — eine Mischung aus Haut, Schlaf und diesem typischen Bettgeruch, den wir besonders wahrnehmen, wenn die Laken gewechselt werden. Solche Eindrücke erinnern einen schnell daran, wie lange die Laken schon drauf sind: Vor zwei Wochen? Oder vielleicht einen Monat oder länger?
Internettipps und die Realität
Im Netz liest man oft: „Wechsel sie jede Woche!“ Praktisch stehen solche Ratschläge aber häufig gegen volle Wäschekörbe und einen vollen Terminkalender. Die starre Regel vom wöchentlichen Wechsel passt nicht für alle Lebensweisen, weshalb viele Menschen einen Mittelweg zwischen Theorie und Alltag finden.
Faustregeln und was eine Rolle spielt
Übliche Richtwerte sind: Einmal pro Woche, wenn man besonders sauber sein will, oder alle zwei Wochen, wenn man es „normal“ handhabt. Allerdings spielt der Zeitpunkt der Dusche eine große Rolle für die Verschmutzung. Dermatologen weisen darauf hin, dass Leute, die abends duschen, Schweiß, Luftverschmutzung und Hautöle vor dem Zubettgehen abwaschen. Wer morgens duscht, nimmt diese Stoffe mit ins Bett.
(Schweiß, Luftverschmutzung und Hautöle sollten also nicht unterschätzt werden.)
Beispiele: Emma und Leo
Emma duscht immer vor dem Schlafengehen und benutzt weder Make-up noch Haarprodukte — ihr Bett ist dadurch fast ein „sauberes Nest“. Leo dagegen duscht morgens, verwendet Körperlotionen und knabbert im Bett, was sein Bett für Hausstaubmilben und Bakterien attraktiver macht. Beide sagen, sie wechseln ihre Laken alle zwei Wochen, aber die tatsächliche Sauberkeit ihrer Betten unterscheidet sich.
Wechselrhythmus nach deinen Gewohnheiten
Für Menschen, die abends duschen, empfiehlt sich ein Wechsel alle 10 bis 14 Tage, während Morgen-Duscher besser wöchentlich wechseln sollten. Kopfkissenbezüge, besonders bei Akne oder fettiger Haut, sollten alle 3–4 Tage erneuert werden. In heißen Sommermonaten, wenn man mehr schwitzt, sind kürzere Intervalle sinnvoll; dicke Schlafkleidung im Winter lässt die Verschmutzung langsamer voranschreiten.
Praktische Tipps, damit das Bett länger frisch bleibt
Der wichtigste Punkt: „sauber ins Bett gehen“. Das heißt eine gründliche Dusche vor dem Schlafengehen und das Tragen leichter, atmungsaktiver Schlafkleidung. Tägliches Lüften des Bettes — die Decke für 20 Minuten nach dem Aufstehen zurückziehen — trägt ebenfalls zur Frische bei. Vermeide es, mit Sonnenschutz ins Bett zu gehen oder unter der Decke zu essen, denn das verkürzt den sauberen Zeitraum schnell.
Wann wechseln? Warnsignale und äußere Einflüsse
Die eigene Nase und das Gefühl sind oft zuverlässiger als ein Kalender. Wenn es mehr nach „Schlaf“ als nach „neutral“ riecht, gelbliche Stellen auftauchen oder Hautirritationen zunehmen, ist es Zeit zu wechseln. Faktoren wie Klima, Stress, Hormone und das Zusammenleben mit Haustieren beeinflussen ebenfalls, wie schnell die Bettwäsche verschmutzt.
Diese Überlegungen zeigen: Es gibt keine allgemeingültige Regel für den Wechsel der Bettwäsche. Besser ist, den Rhythmus an deine Lebensweise und die äußeren Bedingungen anzupassen und auf die Signale deines Körpers zu hören — so bleiben Hygiene, Komfort und Wohlbefinden im Einklang.